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Das japanische Wort „Taiko“ bedeutet wörtlich
„dicke Trommel“. Heute wird es synonym auch
für das Trommeln selbst gebraucht. In Japan kann man
Taiko bei vielen Gelegenheiten, nicht nur auf der Bühne
sehen.
Zu den Sommerfesten (Matsuri) sind die lauten Trommelschläge
der Rhythmus in dem manchmal hunderte Menschen die Schreine
der Shintogötter herumtragen. Dieser Brauch ist schon
aus den ersten Tagen japanischer Überlieferung belegt,
wo noch vor der Gründung der ersten festen Hauptstadt
Nara im 6. Jahrhundert Schreinfeste abgehalten wurden.
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Aber die Taiko hat
eine noch ältere Geschichte: Es war damals so, dass
der Sturmgott Susanowo seine Schwester Amaterasu die Sonnengöttin,
so furchtbar geärgert hatte, dass sie sich in eine
Höhle zurückgezogen hat. In der Welt wurde es
finster und die Myriaden Götter waren erschreckt
und trafen sich vor der Höhle. Sie flehten und drohten
und waren verzweifelt, denn ohne die Sonne waren alle
zum Sterben oder Erfrieren verurteilt. Da hatte die affengesichtige
Göttin Uzume eine schlaue Idee. Sie nahm eine große
Kelle heiligen Reiswein aus dem Fass zu sich, das die
Götter zur Verpflegung mitgebracht hatten, und dann
warf sie das Fass um und stellte es auf den Kopf. Sie
sprang darauf und tanzte. Dabei zog sie sich aus und machte
eine komische Figur. Manche Götter riefen erstaunt:
„Oh!“, andere lachten und klatschten im Takt
in die Hände. Es gab jedenfalls so ein Spektakel,
dass die Sonnengöttin es in ihrer Höhle hören
konnte. Da wurde sie, weil die Götter draußen
immer erregter und lauter wurden, selbst neugierig und
öffnete die Höhle und schaute hinaus. Der Anblick
der nackten Göttin, die laut einen Rhythmus auf dem
Fass stampfte, erheiterte sie so sehr, dass sie hervortrat
und die Welt wieder in helles Licht tauchte.
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Vermutlich
sind Trommeln mit genagelten Fellen über Korea aus
China nach Japan gekommen. Mit Seilen gespannte Trommeln
könnten aus dem Pazifischen Raum nach Japan gelangt
sein.
Sie wurden als Signalmittel verwendet: am Strand, um den
Fischern den Weg zum Ufer zu weisen, wenn sie bis zum Abend
nicht zurück waren; im Tempel, um die Stunden zu schlagen;
in Dörfern um bei Feuer oder Tsunami zu warnen. Auch
auf Burgen und dem Schlachtfeld wurden sie zum militärischen
Nachrichtenübermittlung verwendet. Auch versuchte man
mit den Tönen der Trommel die Kraft der Götter
hinter die eigenen Krieger zu stellen und die eigenen Feinde
zu erschrecken.
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Die japanischen Götter,
muss man wissen, wohnen in Trommeln. In jeder Trommel
einer. Allerdings wohnen sie auch in Flüssen, Bächen,
Bergen, Felsen, Bäumen oder als Geister von Verstorbenen
in Tempeln und Schreinen.
Unsere
Trommelgötter sind Immigranten und doch fühlen
sie sich hier, wie zu Hause, denn ihre Sprache kann jeder
verstehen.
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